Chronik II: Zeitalter der Welten

Von der Entstehung Eras

Als Ocorion die Zeit gekommen sah, rief er einige der Götter zu sich und gemeinsam wollten sie ein Werk schaffen, das alle bisherigen übertreffen sollte. Ein jeder sollte sein Wissen und seine Eigenschaften einbringen. So erschufen sie gemeinsam Era.

Galia gab einen Teil ihres Leibes, um damit ein festes Fundament zu schaffen, auf dem künftige Schöpfungen der Götter ihren Platz haben sollten. Der Kontinent Angoria war geboren.
Bariol gab einen Hauch ihres Atems, der über dem festen Fundament ein weites Firmament bildete, das Wolken und Winde beherbergte. Der Himmel war geboren.
Inos gab eines seiner Augen und setzte es in den Himmel, damit es die Finsternis vertreiben und Era Licht und Wärme spenden konnte. Die Sonne war geboren.
Nephron gab einen Teil seines Blutes, der sich über Era ergoss und Angoria schützend umgab und Lebensadern in den Kontinent grub. Das Meer und die Flüsse waren geboren.
Schließlich setzte Ocorion die große Weltenuhr in Gang und ließ den Fluss der Zeit auf Era beginnen.
Die anderen Götter sahen das wundersame Werk dieser fünf und begannen es mit ihren Gaben zu schmücken und ein jeder von ihnen hinterließ seine Spur auf dem Antlitz Eras.
Um die Schöpfung zu schützen, erschufen die Götter gemeinsam die Celesti, eine Heerschar ihnen treu ergebener, mächtiger Wesen.

Doch einer der einflussreicheren Götter und Vertrauter Ocorions, Bardaloth, begann Zwietracht unter den Göttern zu säen, um die Schöpfung zu korrumpieren und Era zu einer Welt vollkommener Dunkelheit zu machen. Er ließ Sand in Inos‘ Auge streuen, das über Era wachte, sodass es sich schloss und die Welt erneut in Dunkelheit versank.
Während Pharun und Durin den Mond schmiedeten, um die Dunkelheit erneut zu vertreiben, begannen andere Götter sich zusammenzuschließen und die Sterne zu bewegen und nach Era zu bringen. Der Mond und die vielen Sterne konnten die von Bardaloth beschworene Finsternis jedoch nicht so erhellen, wie das Auge Inos‘ es vermochte.
Da die Götter den Sand nicht aus dem Auge entfernen konnten, muss Inos es die Hälfte der Zeit geschlossen halten. So wurde die Nacht geboren.

Bardaloth setzte seine Intrigen gegen die anderen Götter fort und gewann durch Lügen und falsche Versprechen viele der schwächeren Gottheiten für sein Ansinnen. Schließlich kam es zum offenen Aufstand gegen die anderen Götter und deren Schöpfung, Era. Die Celesti wurden ausgesandt, den Angriff abzuwehren und so schufen Bardaloth, nun „der Eine“ genannt, und seine Anhänger die Infernali, teuflische Wesen, Dämonen, die sie gegen die Celesti ins Feld schickten. Als nächstes erschuf Bardaloth die Ungeheuer und Bestien und schließlich die Drachen. Mit dieser Armee boshafter Kreaturen wähnte er sich stark genug, die celestischen Heere und ihre Götter zu vernichten.
Der Sage nach tobten die Kriege der Götter mehrere Äonen lang auf Era. Die unermesslichen Kräfte, die in den erbarmungslosen Schlachten freigesetzt wurden, verwüsteten den Urkontinent, ließen Gebirgszüge und Schluchten entstehen und ließen Angoria schließlich in viele Teile zerbrechen.

Am Ende wurden Bardaloth und seine Jünger besiegt und er floh mit einigen wenigen Anhängern in ein Gebirge im Süden des heutigen Sonedes, das als „Zacken Bardaloths“ bekannt und gefürchtet ist. Dort verbarg er sich für die nächsten Jahrtausende, auf seine Rückkehr wartend und auf Rache sinnend. Die meisten seiner Anhänger und die von ihm geschaffenen Kreaturen fielen in den Götterkriegen, wurden vergessen oder verbargen sich, wie ihr Anführer an abgelegenen Orten und im Schatten.

Die verbliebenen Götter ordneten sich erneut und die ursprünglichen Schöpfer Eras übernahmen die Führung der Götterriege. Den „Fünfen“ standen weitere Götter zur Seite, die sich als die „Zwölfe“ ebenfalls im neuen Machtgefüge etablierten.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
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