Chronik V: Zeitalter der Wunder

Von Magie und Wundern

Der Sieg über die als unbezwingbar angenommenen Drachen beflügelte die Vertreter der drei Völker. Überzeugt davon, dass sie nur gemeinsam bestehen konnten, schmiedeten sie feste Bündnisse und bauten gemeinsam ihre Siedlungen wieder auf. Auf den Grundmauern der einstigen Dörfer entstanden nun riesige Städte und Festungen, deren Architektur fortschrittlicher war als alles, was Era jemals gesehen hatte. Überreste von Ruinen in der Nähe von Cendaric, Uras und Uraton, Heragon, Aldar sowie Kelsar lassen heute die Errungenschaften dieser Epoche immer noch erahnen. In Folge der Drachenherrschaft hatten sich bei den einzelnen Völkern mehrere voneinander teilweise sehr unterschiedliche Stämme und Kulturen gebildet, die sich nun jeweils in ihren eigenen Stadtstaaten organisierten. So wurden die Binge der Hügelzwerge Semrok und die Stadt der Grauelfen Caras Ael in dieser Zeit gegründet.

Handel, Wissenschaft und Forschung florierten und mehrten den Wohlstand der Städte. In den arkanen Künsten wurden wahre Wunder vollbracht und die mächtigsten magischen Artefakte Eras wurden in dieser Zeit geschaffen. Durch die großen Fortschritte in der Magie wurde in dieser Zeit auch das Volk der Gnome, das zumeist in bauähnlichen, unter der Erde gelegenen Siedlungen lebte, entdeckt. Mittels ihrer angeborenen Affinität zur Illusionsmagie konnten sich die erfinderischen Gnome lange Zeit vor den Augen der anderen Völker verbergen. Nun begann für sie eine Zeit des regen Austausches mit den „großen Völkern“ und in vielen Städten der Menschen entstanden eigene Gnombezirke, deren Bewohner sich als Tüftler, Handwerker aber ebenso als Magiewirker hervortaten. Auch und besonders zwischen Menschen und Elfen gab es in dieser Epoche engen Kontakt – die Geschichte der Halbelfen begann.

Trotz dieser engen Beziehungen sollte das Zeitalter der Wunder nicht ewig andauern. Der gewonnene Reichtum besiegelte letztlich den Untergang der hoch entwickelten Kulturen. Neid und aufkommendes Misstrauen vergifteten die Beziehungen zwischen den Völkern, die sich mehr und mehr gegeneinander wandten.

In den Sümpfen von Uragon auf Sonedes begann sich indes eine neue Macht zu erheben. Die menschlichen Barbarenstämme, die dort lebten, waren einst ebenfalls von den Drachen für ihre Zwecke versklavt worden. Nach dem Ende des Krieges der endlosen Tränen isolierte man diese als zu wild und unzivilisiert angesehenen Stämme zusehends und errichtete Grenzbefestigungen an den Rändern der Sümpfe, um einen Übergriff auf die florierenden Städte zu verhindern. Etwa um 800 vor Eldarans Fall einte Kerashak, der Hüne die zerstrittenen Barbarenstämme Uragons und läutete so das Ende des Zeitalters der Wunder ein.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
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