Chronik IX: Zeitalter der Könige

Von Frieden und Blüte

Nach dem Tode Eldarans I. und der langen Trauerzeit um den großen König bestieg sein ältester Sohn im Jahre 1 als Eldaran II. den seldarischen Thron in Cendaric. Seine Regierungszeit, die annähernd 50 Jahre währte, war von Frieden und Wohlstand geprägt. Im Wesentlichen setzte Eldaran II. die erfolgreiche Politik seines Vaters fort und konzentrierte sich darauf, den inneren Frieden des großen Königreiches zu wahren und die Beziehungen zu Calshan und den anderen Völkern zu festigen.

Um die Allianz zwischen dem seldarischen Königreich und den von Calshan aus regierten Emiraten auf Dauer zu sichern, vermählte Eldaran II. seine Tochter mit dem Sohn des obersten Ratsherren der Wüstenstadt. Zudem wurden Botschafter zu den Elfen und Zwergen entsandt und feste diplomatische Beziehungen etabliert. Dem offiziellen Austausch vorangegangen waren jahrelange inoffizielle Verbindungen durch Händler, Handwerker, Priester und Gelehrte auf allen Seiten.

Mit stabilen Handelsbeziehungen, einem Straßennetz, das ganz Sonedes miteinander verband und einem nun wieder offenen Seeweg rund um den Kontinent und nach Darandia erlebten auch die beiden großen Provinzen des Königreiches ihren Aufstieg.

In der Provinz Kelsar im Norden des südlichen Kontinentes Darandia kamen fünf Adelsfamilien durch geschickten Handel oder besondere Loyalität zum Königshaus zu besonderem Ansehen. Die Gratas, die mit ihrer Flotte den Warenfluss zwischen dem Kronland und Kelsar garantierten, die Cherm, die den Fürsten der Grafschaft stellten, sowie die Chartem, die Token und die Ihbat. Entsprechend wurde in dieser Zeit die Hauptstadt der Provinz, ebenfalls Kelsar genannt, ausgebaut, mit den Hauptsitzen der fünf großen Familien im Zentrum.

Die Provinz von Aldanis im Norden Sonedes‘ profitierte vor allem vom Handel mit den Zwergen des Dormargebirges. Viele zwergische Handwerker und Händler zogen in dieser Zeit gar dauerhaft an die Oberfläche und ließen sich vornehmlich in Aldar nieder.

Mit dem Nachfolger Eldarans II. brach eine Zeit der wissenschaftlichen Errungenschaften an. Sendorans I. vergleichsweise kurze Regierungszeit von 15 Jahren war geprägt von erstaunlichen Fortschritten in den Handwerkskünsten und der Magie. Die Akademien der arkanen Künste, die in allen größeren Städten errichtet worden waren, wurden zum offiziellen Magiezirkel des seldarischen Königreiches erhoben. Die königliche Akademie zu Cendaric wurde zum Hauptquartier des Zirkels und der oberste der Magier zum königlichen Hochmeister der arkanen Künste. Magiewirker aller Völker versammelten sich in den Türmen des Zirkels, um gemeinsam ihren Studien und Forschungen nachzugehen.

Immer mehr Handwerkszünfte wurden in den großen Städten gegründet, die Vertreter verschiedenster Völker miteinander verbanden und zu verfeinerten Verfahren bei Holz-, Metall- und Edelsteinarbeiten, sowie zur Schaffung gigantischer Bau- und Kriegsgeräte führten.

Als der Urenkel Eldarans I. als Varon V. schließlich den Thron bestieg, war das „alte“ seldarische Königreich wie es bereits von vielen genannt wurde ein in sich gefestigtes, politisch stabiles Leuchtfeuer der Freiheit und Einigkeit in dem Vertreter aller Völker friedlich zusammen lebten. In den großen Städten lebten neben Menschen auch Halblinge, Gnome und Halbelfen und selbst Elfen und Zwerge waren kein seltener Anblick.

Varon V., bekannt als frommer König, verlieh den Priestern des Königreiches weitreichende Befugnisse, die weit über die Befugnisse von kirchlichen Würdenträgern hinausgingen. Aufgrund der Nähe der königlichen Familie zum Klerus und der langen Regentschaften Eldarans I., Eldarans II. und Varons V. selbst, die etwa 55 Jahre währte, sprach man im Volk bald von einem göttlichen Segen, der den seldarischen Königen ein langes Leben zu Teil werden ließ und deutete dies als gutes Omen für das Reich.

Doch auch die Zeit des dritten Herrschers nach Eldaran dem Großen ging zu Ende und mit ihm sollte auch das Zeitalter der Könige, das Frieden und Wohlstand gebracht hatte ein jähes Ende finden. Denn schon seit Beginn des Jahrhunderts war es immer wieder zu Spannungen und kleineren Unstimmigkeiten zwischen dem Kronland und der Provinz Kelsar gekommen, die sich schließlich in einem Erbfolgestreit entladen sollten.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
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