Das seldarische Reich

Das seldarische Reich ist ein Reich der Menschen auf dem Kontinent Sonedes.

Es geht zurück auf das seldarische Fürstengeschlecht, dessen Heimat das im Westen Sonedes‘ gelegene Cendaric war. Im Zeitalter des Handels stieg das seldarische Fürstentum auf und trat bald darauf dem terrestrischen Seebund bei. Unter der Führung des seldarischen Fürsten Eldarans I., genannt „der Große“,  wurde die Macht des Seebundes im Zeitalter des Großen schließlich gebrochen.
Durch den Anschluss der menschlichen Fürstentümer Aldanis und Kelsar wurde 35 vor Eldarans Fall das seldarische Königreich gegründet. Es umfasste weite Teile des nördlichen und mittleren Sonedes, sowie den Norden des südlichen Kontinentes Darandia.
132 nach Eldarans Fall spaltete sich Kelsar vom Königreich ab. Mit den seldarischen Kronlanden und dem Fürstentum von Aldanis bestand das seldarische Königreich offiziell bis 899 nach Eldarans Fall. Von seiner Gründung an bis weit ins 9. Jahrhundert hinein war es – trotz der Abspaltung Kelsars und zahlreicher Kriege – eines der mächtigsten Menschenreiche Eras.
Zu Inos‘ Sonnenschild 899 wurde das Gebiet um die Nordzinnen, nebst der Städte Zinnengrund und Dymoras zum neuen seldarischen Reich ausgerufen.
Die Farben des Reiches sind Blau und Weiß.

Geografie

Das heutige seldarische Reich ordnet sich um die Gebirgszüge der Nordzinnen im mittleren Sonedes an. Südlich des Gebirges liegt die Hauptstadt Zinnengrund umgeben von üppigen Weideflächen und lichten Wäldern. Über einen Pass erreicht man von Zinnengrund aus das in den Nordzinnen liegende Vilgarim, wo sich die Residenz des Königs befindet. Nördlich des Gebirges schließt sich die Minenstadt Dymoras an. Die Weststraße und die umliegenden Wälder, sowie die Ostpfade bilden sowohl die Grenzen des Reiches als auch eine Verbindung zum Rest des Kontinentes.
Die Landschaft wird neben den Zinnen von Mischwäldern, Hügeln und fruchtbaren Ebenen dominiert. Das Leben der Seldaren richtet sich nach den ausgeprägten Jahreszeiten, wobei diese mit Ausnahme von Ocorions Atemlosigkeit im Reich nahezu gleich lang sind. Die meiste Zeit des Jahres ist das Wetter gemäßigt.

Institutionen

Seldarische Wache

Die Seldarische Wache sorgt für die Einhaltung der Gesetze und sichert die Grenzen des Reiches. Sie ist damit sowohl Hüter der Ordnung als auch die Armee Seldars. Die Wache unterhält in Zinnengrund und Dymoras jeweils ein Wachhaus, sowie ein Quartier in der Festung Vilgarim und an allen drei Orten Übungsplätze für die Ausbildung neuer Rekruten. Angeführt wird die Wache von zwei Hauptmännern, die die Wachstuben in Zinnengrund und Dymoras leiten. Über ihnen steht der König als oberster Befehlshaber.
Die Farben des Reiches zieren auch die Uniformen der Wache. Verschiedenfarbige Abzeichen kennzeichnen die Ränge. Jeder Bürger des Reiches kann sich für den Dienst bei der Wache melden.

Königsgarde

Die Königsgarde ist die persönliche Leibgarde des Königs. Mindestens zwei Angehörige dieser Leibgarde begleiten den König zu jeder Zeit. Der Hauptmann der Königsgarde ist darüber hinaus der Befehlshaber der in der Festung Vilgarim stationierten Wächter.
Die Rüstungen der Königsgarde sind mit Gold überzogen. Das Blau der seldarischen Flagge ziert ihre Umhänge und Schilde. Nur den besten Offizieren der seldarischen Wache wird die besondere Ehre zuteil in die Königsgarde berufen zu werden.

Gilde der arkanen Künste

Die Gilde der arkanen Künste des seldarischen Reiches ist die offizielle Magieakademie Seldars. Alle Magieanwender des Reiches müssen der Gilde beitreten, die ihren Sitz in der Festung Vilgarim hat. In den Räumen der Gilde werden Magieanwender sowohl theoretisch als auch praktisch in der verantwortungsbewussten Anwendung ihrer Kunst ausgebildet. Darüber hinaus haben die Mitglieder der Gilde beratende Funktion und genießen durch Vereinbarungen mit der Krone gewisse Privilegien in der Ausübung ihrer Magie.
Im seldarischen Reich wird keinerlei Unterschied zwischen klassischen Magiern und Hexen gemacht und Magieanwender aller Arten lernen in der Gilde gemeinsam.

Bekannte Persönlichkeiten

König Sedaron I.

Als Erbe der alten seldarischen Könige und entfernter Nachfahre Eldarans I. bestieg Sedaron I. im Jahre 926 n.E.F. den seldarischen Thron. Seine Krönung fand in einer Phase des Aufschwungs nach einer längeren Zeit der Ungewissheit durch erneute Angriffe der Orks statt. Doch bereits vor der Krönung soll der König der Wache im Kampf gegen die Orks mit seinem weisen Rat zur Seite gestanden haben. Dies lässt sich zumindest aus der vollkommenen Loyalität der Wächter im ganzen Reich ihrem König gegenüber ableiten.
Zudem gewährte er nach der Zerstörung des Turmes im Finsterwald, der Gilde der arkanen Künste Unterschlupf. Nicht allzu viel ist außerdem über den jüngst gekrönten Spross des Königshauses bekannt, der völlig unvermittelt auf der Bildfläche erschien. Doch bisher hat das Volk nicht gegen den König aufbegehrt, der in der mächtigen Festung seiner Vorfahren in Vilgarim residiert.

Shania Lisanis, Hauptmann von Zinnengrund

Geboren in Dymoras bevor dieses in den Fluten versank, schlug sie bereits früh eine Karriere bei der Zendiller Garde ein und diente dort bis die Stadt von den Orks zerstört wurde.
Erst Jahre später, nachdem der Zinnengrund bereits im Aufbau begriffen war und zu florieren begann, kehrte sie in den Dienst zurück und arbeitete sich mit Fleiß und Disziplin in den Rängen nach oben bis sie als Hauptmann schließlich die Führung zur Zinnengrunder Wache übernahm, zu einem Zeitpunkt da das Reich führungslos war. So übernahm sie notgedrungen auch zeitweise administrative und politische Aufgaben, um das Reich und seine Bürger vor dem Chaos zu bewahren.
Nach der Rückkehr des Thronfolgers Sedaron I. und dessen Krönung im Jahre 926 n.E.F. versieht Hauptmann Lisanis nun wieder ganz normal ihren Dienst als Hauptmann von Zinnengrund und Stellvertreterin des Gesetzes dort.
Hauptmann Lisanis ist vor allem für ihre Disziplin und Objektivität bekannt, für gewöhnlich hält sie sich aber von der Öffentlichkeit fern und widmet sich gewissenhaft ihren zahlreichen Aufgaben in der Wachstube.

Markus zu Heldin, Hauptmann von Dymoras

Benannt nach seinem Vater, dem Helden der Stadt, der während des Krieges mit den Kelsaren die Stadt vor der Eroberung bewahrte, schlug der zweite Markus zu Heldin eine militärische Laufbahn ein, allerdings nicht im klassischen Sinne. Er schloss sich einer Abenteurergruppe an, die sich der Aufgabe verschrieb verstreute Überbleibsel der kelsarischen Armee oder Räuberbanden ausfindig zu machen und diese zu bekämpfen, um die Straßen des inzwischen rauen Königreiches sicherer zu machen.
Als die Spannungen zwischen Zendill und dem Schattendorf immer größer wurden, kehrte der inzwischen kampferprobte Mann in die Stadt an der Nordstraße zurück und schloss sich dort schließlich der Garde an. Als Gardist erlebte er dann auch den Feldzug der Orks mit, der zum Untergang der Hafenstadt führte.
Etwas später als seine heutige Kollegin fand Markus zu Heldin sich dann im wieder auferstandenen seldarischen Reich ein und schloss sich erneut der Wache an, wo er sich nach etlichen Dienstjahren zum Hauptmann von Dymoras hochdiente.
Anders als seine zinnengrunder Kollegin ist der Hauptmann den Bewohnern „seiner“ Stadt besser und als offener und freundlicher Mann bekannt, sitzt er doch ab und an mit seinen Untergebenen bei einem Feierabendbier in der Taverne.

Taschkin

Der mürrische Wirt der zinnengrunder Taverne, der trotz seiner rauen Art ein fester Bestandteil der zinnengrunder Bürgerschaft ist. Als ehemaliger Abenteurer und alter Haudegen gibt es nicht vieles, das Taschkin erschüttert und nicht viele, die es sich mit ihm verscherzen wollen. Kaum etwas erfreut ihn mehr als der Anblick von Münzen, die in seine Hände wandern. Taschkin führte bereits eine Taverne in Zendill und nahm sich nach der Gründung des Zinnengrundes der dortigen Herberge, sowie eines streunenden Hundes an – neben zahlender Kundschaft scheint dieses Tier einen weiteren besonderen Platz in Taschkins Herz zu haben. Viele fragen sich, wie lange der Hund und Herrchen es wohl noch machen werden, sind seit der Gründung Zinnengrunds doch schon etliche Jahre verstrichen…

Merson

Der Besitzer und Wirt der Herberge „Zum schielenden Kumpel“ in Dymoras. Wer nach einem langen Tag der Arbeit eine Erfrischung, Stärkung oder einen Ort zum Ausruhen der müden Knochen braucht, wird von Merson steht’s mit offenen Armen empfangen. Im großen Schankraum der Herberge finden Dutzende Gäste Platz und der Wirt, der in seiner Jugend selbst so manches Abenteuer erlebt hat, ist nicht selten ins Gespräch mit seinen Gästen vertieft. Wie Taschkin ist Merson aus der Gemeinschaft Dymoras' nicht weg zu denken. 

Beziehungen zu anderen Reichen

Aldanisches Großkombinat

Die Beziehungen zwischen Aldanis und Seldar kann man getrost als „abgekühlt“ bezeichnen. Es gibt keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Reisende aus Aldanis zieht es aber immer wieder in den wärmeren Süden und so mancher Seldare versucht, getrieben von Abenteuerlust, sein Glück immer wieder im rauen Norden. Im seldarischen Reich herrscht trotz aller Toleranz im Allgemeinen ein eher negatives Bild von Aldanis und seinen Bewohnern vor.

Kelsar (Provinz des aldanischen Großkombinates)

Auch viele Jahrzehnte nach dem letzten Krieg ist der Erbfeind nicht vollends vergessen. Da die Generationen, die den Krieg erlebt haben, jedoch nahezu verschwunden sind, sind die Vorurteile und der Hass nicht mehr so stark wie sie es einmal waren. Die meisten Seldaren kennen nur Geschichten vom weit entfernten Kelsar und nur wenige Kelsaren verirren sich in das kleine Reich auf dem Nachbarkontinent. Wenn sie es tun, hängen sie ihre Herkunft selten an die große Glocke. Da Kelsar zum aldanischen Großkombinat gehört, bestehen zwischen Kelsar und Seldar ebenfalls keine offiziellen Beziehungen.

Zwergenreich Dormar

Zwischen dem seldarischen Reich und den Zwergen - insbesondere der Binge Semrok - bestehen seit langer Zeit feste Handelsbeziehungen. Schon seit der Gründung Zinnengrunds wird die dortige Taverne mit köstlichem Auraun und soliden zwergischen Schmiedewaren beliefert, während seldarische Händler verschiedenste Luxus- oder Handwerksgüter im Norden feilbieten. Die immer wieder aufkeimenden Spannungen mit dem von beiden Reichen ungeliebten Aldanis dämmt den Handel von Zeit zu Zeit ein, lässt ihn aber nie ganz zusammenbrechen. 

Calshanische Emirate

Zwischen den calshanischen Emiraten und dem seldarischen Reich herrscht reger Handel. Beide Seiten schätzen die guten Beziehungen, die sich auch auf die politische Ebene erstrecken. Da die Calshiten mit Samsûn I’Samâlun einen Außenposten so nahe an der seldarischen Grenze unterhalten, sind beide Seiten an einem entspannten Verhältnis interessiert. Man profitiert vom gegenseitigen Handel und Calshiten sind trotz ihrer im seldarischen Reich nach wie vor exotischen Erscheinung keineswegs eine Seltenheit. Umgekehrt verhält es sich ähnlich: etliche seldarische Händler unterhalten Kontoren in Calshan oder haben gar ihren Lebensmittelpunkt in die Emirate verlegt.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
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