Dymoras

„Die Stadt der Minen“

Geschichte von Dymoras

Wie keine andere menschliche Stadt war Dymoras stets mit dem Bergbau verbunden. Nachdem man in den Nordzinnen große Erzvorkommen entdeckt hatte, wurde die Siedlung 200 v.E.F. vom terrestrischen Seebund gegründet. Für die nächsten 200 Jahre wurde Dymoras von der eigens für diese Minen gegründeten Bergwerksgilde des Bundes verwaltet und hatte enge Beziehungen zur nahe gelegen Hafenstadt Zendill, die ebenfalls vom Seebund kontrolliert wurde. Nachdem Eldaran I. die Vormachtstellung des Seebundes gebrochen hatte, wurde Dymoras Teil der Kronlande des neuen seldarischen Königreiches. In fast 900 Jahren änderte sich in Dymoras kaum etwas an den Verhältnissen: Der Bergbau war neben der Forstwirtschaft die einzig profitable Einnahmequelle für die Bewohner der Stadt.

Von den zahlreichen Kriegen blieb Dymoras lange Zeit verschont. Obwohl es durch seine großen Erzvorkommen ein attraktives Ziel für die Kelsaren war, gelang ihnen nie ein direkter Angriff auf die Stadt. Erst im letzten Krieg zwischen Seldar und Kelsar schlugen die Invasionstruppen am Pfad des Löwen ein Heerlager auf. Von dort aus starteten die Kelsaren mehrere Angriffe auf Dymoras. Unter dem Kommando Major Stagards und dem seines Nachfolgers Delavorn konnte die Kelsaren von der kleinen Stadtgarde und den Bürgern selbst mehrmals abgewehrt werden.

Nachdem Delavorn aber nach recht kurzer Amtszeit unter bis heute ungeklärten Umständen verschwand, gelang es den Verteidigern der Stadt nicht mehr, sich richtig zu organisieren. Als die Kelsaren dann zu Galias Saat 848 n.E.F. erneut mit nie dagewesener Härte angriffen, konnten die Bewohner die Stadt nicht halten und wurden in die Minen zurückgedrängt. Durch einen geheimen Schacht gelang den meisten von ihnen die Flucht ins Hochland von Nardas, was ihnen erlaubte Hilfe aus Zendill zu holen.

In einem inzwischen legendären Husarenstreich gelang es einigen mutigen Abenteurern aus Dymoras zusammen mit den Truppen aus Zendill unter der Führung von Markus zu Heldin kurz darauf den Oberkommandanten der Kelsaren, Robert Milan, zu entführen. Im Austausch für seine Person konnte die Rückgabe der Stadt schließlich erzwungen werden. Ab diesem Zeitpunkt übernahm zu Heldin mit seinem Stab die Führung der Truppen von Dymoras und organisierte deren Vorgehen und das der Einwohner und Abenteurer, die die Stadt ebenfalls verteidigen wollten.

Dymoras blieb bis zum Ende des Krieges frei von fremder Herrschaft und war eine der wenigen unzerstörten Siedlungen auf Sonedes. Dies sollte allerdings nicht so bleiben. Viele vermuten, dass es der Zorn Nephrons war, der das Eisenwasser, den Bach der seit eh und je den Ort durchzog, unter den kaum enden wollenden Regenfällen der Frühlingsblüte 887 n.E.F. zu einem breiten Fluss anschwellen ließ und damit ganze Gebäude und Befestigungen hinfort spülte und große Teile der Stadt unter Wasser setzte; so auch die Mine. Schweren Herzens war es wohl der amtierende Kommandant der Stadtgarde, D'Nal Alandos, welcher den Befehl zur Evakuierung gab. Wenige Tage später verließen die Bewohner die Stadt in einem langen Zug gen Zendill, wo viele eine neue Heimat fanden.

Seitdem war Dymoras lange Zeit eine von Ratten bewohnte Geisterstadt bis die Orks sie schließlich besetzten. Einzig der Galiatempel, gelegen im Schoß der Göttin, bot Reisenden und den Priestern selbst Schutz vor den Orks. Doch nur wenige Wanderer verirrten sich in die Stadt. Dies sollte sich im Jahre 899 n.E.F ändern. Mit Hilfe eines Golems, dessen Herkunft den Wenigsten bekannt war, und der sich selbst einen „Zinanti“ nannte und den Namen Avatas trug, erstürmten einige tapfere Recken des Zinnengrundes die Überbleibsel der Stadt. Die Orkhorden, die nicht von den Seldarin oder dem mächtigen Schwerte Avatas‘ gefällt wurden, fielen dem schwarzen Drachen Lasziamlamur zum Opfer. Es existieren nur Gerüchte, warum Lasziamlamur erst angriff und schlussendlich wieder von jenem Ort abließ – doch kümmerte der Grund die meisten Menschen auch nicht. Viel überschwänglicher war die Freude über die Tatsache, dass der Regen endlich endete und die Sonne wieder in Dymoras erstrahlen konnte.

Zwar hatte das, was die Überflutung von Dymoras übrig gelassen hatte unter der jahrelangen Besetzung durch die Orks sehr gelitten, doch die Menschen waren voller Tatendrang und die Aufräumarbeiten und der anschließende Wiederaufbau liefen rasch an.

Kurz darauf wurde Dymoras von der Regierung Zinnengrunds annektiert und das neue seldarische Reich ausgerufen. Seitdem mausert sich Dymoras und verfügt bereits wieder über mehrere Geschäfte, Werkstätten, Gehöfte, sowie eine Wache. Auch das erneute Auftauchen von Orks in der Umgebung des Finsterwaldes konnte dem Aufbau nichts anhaben und jene, die in Dymoras eine neue Heimat gefunden hatten, nicht abschrecken.

Geografische Lage

Dymoras liegt in einem bewaldeten Tal zwischen den Nordhängen der Nordzinnen, den südwestlichen Ausläufern der Smaragdberge und den Südhängen des Hochlandes von Nardas. Ein einst schmaler Bach, genannt „Eisenwasser“, bildet heute in Dymoras mehrere Seen, in dem ein großer Teil des Ortes versank. Über einige Bergpässe erreicht man von Dymoras aus Zendill im Nordwesten und den Falkenpass im Osten, welcher in die elfischen Reiche führt. Die Feste Vilgarim ist von Dymoras aus an klaren Tagen gut zu sehen. Über Vilgarim und den Pass in den Nordzinnen, sowie den Nordzinnentunnel gelangt man nach Zinnengrund. Über die Weststraße ist Dymoras mit dem nicht zum Reich gehörenden Umland verbunden. Sie führt ins Moor, über den Pfad des Löwen zur Nordstraße und Samsûn I'Samâlun, sowie in den nahe gelegenen Finsterwald.

Informationen zur Stadt

Dymoras als Stadt zu bezeichnen grenzt wohl an Größenwahn. Doch seit dem Feldzug gegen die Orks ist die Siedlung langsam aber stetig gewachsen. Wie durch ein Wunder überstand der Tempel der Galia die Zeiten des Krieges, und kann sich nun wieder über mehr Besucher freuen. Wie alle noch vorhandenen Gebäude, wurde auch die alte heruntergekommene Taverne wieder hergerichtet und trägt nun den eigentümlichen Namen "Zum schielenden Kumpel". Nebenan findet sich das Quartier der seldarischen Wache in Dymoras, nebst Übungsplatz und Schießstand. Des Weiteren finden sich eine Schmiede, ein Krämerladen und in den Außengebieten der Friedhof, sowie eine Pferdezucht. Da der Eingang zur alten Erzmine immer noch unter Wasser liegt, entdeckte man die bisher noch unberührten Salzvorkommen, sodass Dymoras weiterhin seinen Ruf als Minenstadt behaupten kann. Die fleißigen Minenarbeiter wurden unweit der Mine und dem nachträglich gebauten Tunnel einquartiert. Insgesamt hat sich Dymoras inzwischen von der Orkbesatzung und den erneuten Angriffen der Orks aus dem Finsterwald erholt und wirkt recht idyllisch.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
Permalink