Zweite Wahrheiten

Allgemeines

Im Laufe der Jahrhunderte kamen bei verschiedenen Gruppen immer wieder Zweifel an der gängigen Schöpfungsgeschichte auf. Stimmen wurden laut, die behaupteten, dass die Überlieferungen Lücken und Ungereimtheiten aufweisen würden. Gestützt wurden sie von Schriften, die andere Geschichten erzählten. Geschichten, nach der nicht die gängigen Götter einst Era geschaffen hatten, sondern Kriege gegen die ursprünglichen Schöpfer dieser Welt geführt und diese letztlich vertrieben hätten. Doch meist wurden diese Stimmen schnell von den Kirchen der bestehenden Gottheiten zum Verstummen gebracht und Manuskripte verschwanden. Und obwohl bisher nichts oder nicht viel davon einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist, halten sich Gerüchte und Zweifel an den alten Göttersagen in manchen Kreisen hartnäckig. Von der Allgemeinheit wird der Glaube an andere Götter als die Fünfe und Zwölfe jedoch als Ketzerei angesehen und führt zwangsläufig zu Problemen.

Elyr

Der Kult um die Gottheit Elyr begann unvermittelt und scheinbar unmotiviert von einem Tag auf den anderen. Es tauchten Kultisten auf, die den Glauben an einen einzigen Gott predigten. Ein Gott, der gnädiger und mächtiger sein sollte als alle anderen. Ein Gott, der Frieden und Zuneigung sein eigen nannte.
Da viele hinter Elyr Bardaloth vermuteten, kam es zu erbitterten Kämpfen gegen den Kult. Offiziell ist der Glaube an Elyr in den meisten Regionen Eras verboten, doch der Kult um Elyr besteht weiter im Geheimen und wird vielleicht irgendwann – stärker als das letzte Mal – zurückkehren.
Wer an Elyr glaubt, glaubt an eine alternative Schöpfungsgeschichte nach der die gängigen Götter nicht die Schöpfer von Era sind.

Elyranhänger treten häufig mit einem Wanderstab aus Holz auf.

Bevorzugte Gesinnungen: Nur neutrale und rechtschaffene Gesinnungen

Das Symbol des Elyr ist eine Gerstenähre; er schreibt sich selbst alle Farben des Spektrums zu

Aerea

Ein gestaltwandelnder Dämon, der als der Sohn Bardaloths gilt und damit direkt in dessen Fußstapfen tritt. Um die Rückkehr seines Vaters aus dem Exil vorzubereiten, versucht er immer wieder die Welt in chaotischere Bahnen zu lenken.
Dabei tritt Aerea meist in der Gestalt eines menschlichen Mannes oder einer Frau mit weißen Haaren und zahlreichen Tätowierungen in Form von Drachen auf. Seine Art ist immer freundlich, immer zuvorkommend und manches Mal verführerisch. So hat der ein oder andere zu Lebzeiten leichtfertig einen Pakt mit Aerea geschlossen, um an Macht und Reichtum zu gelangen.
Der Glaube an Aerea ist ebenso wie der Glaube an Bardaloth verboten. Da er jedoch jede beliebige Gestalt annehmen kann und häufig als Mensch die Lande bereist, vermag kaum jemand zu sagen, was genau Aerea als nächstes vorhat.

Es gibt kaum Anhänger Aereas, aber es wird vermutet, dass viele Bardalothanhänger auch seinem Sohn huldigen und ihn als den Vorboten ihres Gottes ansehen.

Bevorzugte Gesinnungen: unbekannt

Das Symbol des Aereas ist, wie das seines Vaters eine Sense; seine Farbe ist ein reines und scheinbar unschuldiges Weiß

Koraim

Koraim ist kein Gott, sondern ein Halbgott. Die Legende besagt, dass er einst ein Mensch war, der einen Feldzug gegen den Gott des Todes höchstpersönlich führte. Nerodor beeindruckte und erzürnte die Leidenschaft mit der Koraim das Leben verteidigte und mit der er sich gegen ihn stellte gleichermaßen.
Also erhob er ihn in den Stand eines Halbgottes. Fortan war es Koraims Aufgabe unter den Sterbenden jene auszuwählen, die seiner Ansicht nach vor ihrer Zeit gegangen waren. Gleichzeitig musste er mit ansehen, was die von ihm Geretteten mit ihrem zweiten Leben anfingen.
Man nimmt an, dass Koraim im Laufe der Zeit wahnsinnig wurde und es gibt kaum noch jemanden, der sich an ihn und seine Legende erinnert.
Die direkte Anbetung Koraims wird von den meisten Kirchen mit Skepsis betrachtet, insbesondere von Anhängern des Nerodor. Allerdings gab es selbst in früheren Zeiten nur vereinzelte kleine Kulte um Koraim.

Heute gibt es praktisch keine Anhänger Koraims mehr.

Bevorzugte Gesinnungen: Alle neutralen Gesinnungen

Als Halbgott besitzt Koraim kein Symbol; seine Farbe ist Schwarz

Lasziamlamur

Er ist der älteste bekannte schwarze Drache Eras. Er gilt als einer der ältesten Drachen überhaupt und hat heute eine Größe und Machtfülle erreicht, dass er einem Gott mehr als gleich kommt.
Wo Lasziamlamur seinen Hort hat, ist nicht bekannt. Das letzte Mal wurde er während der Befreiungsschlacht um die seldarische Stadt Dymoras gegen die Orks gesichtet, wo er blutige Ernte unter diesen hielt.
Dieses Ereignis, diese Demonstration von Macht und Präsenz führte bei vielen schwachen und verzweifelten Menschen dazu, dass sie ihre Gebete nun an ihn statt an die Götter richten.
Da die Drachen als Schöpfung Bardaloths gelten, ist der Glaube an sie in den meisten Kulturen strikt verboten. Einen richtigen Kult um Lasziamlamur gibt es nicht.

Asu-Dai

Auch Asu-Dai ist der Legende nach ein Drache, doch im Gegensatz zu Lasziamlamur hat ihn oder sie wohl keiner je gesehen. Man sieht nur die Fußstapfen, die Asu-Dai auf Era hinterlässt in Form von wunderschönen Gärten und unterirdischer Städte und Konstrukte.
Obwohl auch Asu-Dai ein Drache ist und der alten Geschichte nach damit als Diener Bardaloths gilt, wird Asu-Dai aufgrund seiner oder ihrer schöpferischen Kraft nicht als böse angesehen. Wer an Asu-Dai glaubt, glaubt vielmehr an die alternative Geschichte von der Entstehung Eras nach der er oder sie einst ein Wächter der alten Götter war.
So oder so gilt der Glaube an Asu-Dai als Ketzerei und es gibt keinen organisierten Kult um den Drachen.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
Permalink