Geschichten und Legenden der Zwerge

In Bearbeitung. Bei Fragen zum Inhalt dieses Kapitels wendet euch gerne an den Staff (Stand 26.02.2016)

Die Zwergenvölker Sondes' besitzen einen Reichen Satz an Geschichten. Im Volk selbst werden oft diese Überlieferungen erzählt.

Die Legende der Minen von Syrrhades

Ein weiterer Arbeitstag in den Minen von Syrrhades, welche sich auf der Insel Sonedes, unmittelbar unter den Silberkuppen befinden, brach an und hier hausenden Bergzwerge begaben sich erneut in noch größere Tiefen, auf der Suche nach noch mehr Reichtümern. Doch was an diesem Tag geschehen sollte, sollte die Geschichte der Zwerge auf ewig prägen. Niemand vermochte an jene Geschehnisse denken als aus einem langen Stollen plötzlich der Schrei „Ich habe hier eine riesige Silbererzader entdeckt!“ schallte. Sofort eilte ein großer Trupp Bergarbeiter dorthin, um bei Abbau zu helfen. Man eiferte in seiner Gier alles so schnell wie möglich nach Semrok zu schaffen. Nach ein paar weiteren Schlägen mit der Spitzhacke entdeckte man ein Hohlraum. Jener führte noch weiter in den Berg hinein und neugierig begab man sich weiter in die Tiefe. Der lange schmale Gang endete schließlich in einem großen Gebilde.

Ein See lag direkt in der Mitte und von der Decke tropfte das Wasser hinein. Von den Wänden glitzerte es silbrig und die Zwergenbergarbeiter standen beeindruckt in dem großen Raum. Niemand von ihnen konnte sich den Reichtum vorstellen, die ihnen jene Vorkommen eröffnen würden. Sofort begab man sich an den Abbau dieser Vorkommen und vergaß traditionelle Bergbautugenden die jedem der Arbeiter sonst so geläufig waren, als wären sie ihnen angeboren. Die Stollen wurde nicht abgestützt. Und so kam es dann, dass plötzlich ein lautes Grollen zu hören war. Panikartig versuchten die Arbeiter aus den Stollen zu flüchten. Doch es war vergeblich. Der gesamte Abschnitt brach unter einem lauten Tosen zusammen und die dort arbeitenden Zwerge verendeten elendig unter den Stein- und Silbermassen. Bis auf einen einzigen Zwergen überlebte niemand. Dieser berichtete von silbernen Geistern die ihn aus den Tiefen des Unglücksortes brachten, doch mochte ihm niemand Glauben schenken, da ihm jene Ereignisse derartig mitnahmen, dass seine Psyche sehr darunter litt und er deshalb als verrückt galt.

Von Machtübernahme des Familienklans Tvorash

Nicht allzu lange ist es her, dass in der Stadt Eisenberg langsam aber sicher eine Veränderung in Bezug auf die Hierarchie der Zwergenklans abzeichnete. Es wurde bis zu dieser Zeit so gehalten, dass alle Klans untereinander gleich waren und jeder das selbe Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen, die die ganze Stadt betrafen, hatte. So gleichgestellt die Klans in solche Belangen auch waren, so sehr unterschied sich doch ihr Reichtum voneinander. Der wohlhabendste Klan unter ihnen war der Familienklan der Tvorashs. So war es nur ein Frage der Zeit bis ihr Anführer, Radror I., die Idee hatte sich andere mit Talern gefügig zu machen, um so Anteilnahme an ihren Rechten zu gewinnen oder sich diese ganz und gar zu sichern.

Nach einer gewissen Zeit flog der Schwindel auf und die Klans, welche sich zumindest öffentlich ausnahmslos von jeder Schuld frei redeten, traten im Rat der Zwerge zusammen um darüber zu beraten wie man mit den Tvorashs weiter verfahren sollte. Doch auch diese Maßnahme war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Auch in dieser Abstimmung hatte die reiche Familie schon ihre Finger im Spiel. Und so kam es, dass jenes Vergehen ungesühnt blieb. Es dauerte nicht mehr lange bis sich der reiche Familienklan sämtliche Rechte erkauft hatte und sich diese zu eigenen Gunsten zurechtschnitt. So lenkte denn Radror I. als Familienoberhaupt alle Funktionen die vorher vom Rat der Zwerge gelenkt wurde und die Hierarchie in der Stadt Eisenberg hatte ein völlig andere, neue Form angenommen.

Von Mirosh Sarobar

Mirosh Sarobar war der einzige Zwergenbergarbeiter der das Unglück in den Minen von Syrrhades überlebte. Niemand weiß genau wie er überleben konnte, da der gesamte Minenkomplex komplett in sich zusammenbrach doch fand man Mirosh 2 Tage nach den schrecklichen Ereignissen. Körperlich trug er bis auf ein paar Schrammen keinen Schaden davon, doch wirkten sich die Vorfälle, die er scheinbar mit eigenen Augen sah, nicht positiv auf seine Psyche aus. So rannte er noch viele Jahre durch Semrok und schrie laut: „Rettet euch, die Berge brechen über uns zusammen!“ Es geschah jedoch nichts. Auf die Frage wie er dem Unglück entkommen konnte antwortete er stets: „Es waren Geister die mich erretteten. Geister aus purem Silber.“

Wenn er diese Wort sprach, waren seinen Augen weit geöffnet und er starrte auf den Boden. Seine Stimme klang dabei sehr sanft, völlig ungewöhnlich für einen männlichen Zwerg. Diese seltsamen Erscheinungen rechnete man seiner Geisteskrankheit an. Auch die Geschichte seiner Errettung schob man seiner Unzurechnungsfähigkeit zu. Bis heute weiß niemand wie er wirklich gerettet wurde. Mirosh selbst wird diese Frage nicht mehr beantworten können, da er vor einigen Jahren starb. Seltsamerweise wurde er, trotz seiner Geisteskrankheit, seinem früheren Bergarbeiterleben und dem Unglück, recht alt für einen Zwergen. 283 Sonnenumläufe betrug sein Alter als er starb. Ein stolzes Alter für einen Zwergen, welcher im Bergbau tätig war. So schweigt man größtenteils über den alten Mirosh, doch sein Schicksal ist in den Köpfen aller.

Von Dvara Goldhammer

Dvara Goldhammer, die Schwester von Gratock Goldhammer, ist die bekannteste aller Diebinnen unter den Zwergen. Ihre Kenntnisse über das „Handwerk“ reichen weit über die Vorstellung anderer hinaus. Sie besitzt eine prächtige Unterkunft in Eisenberg. Das Mobiliar ist königlich und ungewöhnlich groß für eine Unterkunft der Zwerge. Hohe breite Stühle, lange bequem Betten... all dies schmückt die Unterkunft „Zum Funkelnden Diamanten“. Unter den Zwergen munkelt man sie hätte es einst alleine, unbemerkt trotz der vielen Wachen, aus der Königsresidenz in Cendaric gestohlen. Tatsächlich fand dort vor wenigen Jahren ein Einbruch statt.

Die Gründe dafür, sowie die Täter, kennt jedoch bis heute niemand. Die Sache ist bei den Menschen auch schon längst wieder verjährt und vergessen. Unter den Zwergen genießt Dvara höchsten Respekt, auch wenn jeder Zwerg auf seinen Geldbeutel achtet, wenn er sie sieht. Anderen gegenüber wirkt Dvara sehr zuvorkommend und freundlich. Die, die sie persönlich kennen, wissen ihr Wesen zu schätzen. Diejenigen, welche sie vom Hörensagen kennen begegnen ihr eher mit misstrauischen Blicken. Und all jene, die sie nicht kennen mögen sich glücklich schätzen, wenn sie keine größeren Reichtümer besitzen. Dvara liebt es mit dem Dolch zu kämpfen, doch die Mittel, um ihren Plan in die Tat umzusetzen, sind sehr weitreichend und unberechenbar.

Von Gratock Goldhammer

Gratock Goldhammer, der Bruder von Dvara Goldhammer, wurde in seiner Jugend von den Zwergen von Sonedes verbannt. Zunächst waren es nur kleine Streiche und hin und wieder ein Diebstahl. Man verzieh ihm ein ums andere Mal. Doch dann beraubte er das Oberhaupt seines Klans und wurde beim Raub von diesem erwischt. In Panik griff Gratock zu seinem Dolch und stach den alten Zwergen nieder. Nun blieb den anderen angehörigen des Klans keine andere Wahl als ihn der gerechten Strafe, die Zwerge in seinem Alter erhielten, zu überführen. Er wurde von der Insel Sonedes verbannt und begab sich nach Darandia und tauchte dort unter.

Kein Zwerg auf Sonedes weiß was dort mit ihm passierte, doch gibt es Gerüchte, dass er sich im kelsarischen Heer etablieren konnte. Bisher sind es aber nur Gerüchte und niemand konnte es bestätigen. Gratock ist ein extrem habgieriger Zwerg und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Er ist äußerst stur und beharrt stets auf seiner Meinung. Er lässt sich folglich auch nicht belehren und ist unter den Jungzwergen das lebende Beispiel für einen Zwerg der vom rechten Pfad abgekommen ist. Er ist sehr talentiert im Umgang mit Waffen, genoss in Eisenberg jedoch keine Ausbildung, welches eine Strafe für die „kleinen“ Diebstähle war. Dass er dennoch solche Begabung zeigt, sollte ein Zeichen sein, ihn keinesfalls zu unterschätzen. Welche Stärke er mittlerweile besitzt weiß man wohl nur in Kelsar.

Von Radror Tvorash (Radror II.)

Radror II., Sohn von Radror I., trat nach dem Tod seines Vaters die Herrschaft der Stadt Eisenberg an. Sein Leben war jedoch kein leichtes. Eine schwere Krankheit, die in seiner Familie ausbrach und dort schnell die Runde machte, streckte seine gesamte Familie dahin, mit Ausnahme Radrors selbst, wobei er nur durch die Hilfe höchster Heilkünste überlebte. Man munkelt gar, dass er einen Magier der Menschen zur Rate zog, doch das blieb bisher im Dunkeln. Die aus diesen Ereignissen resultierende Alleinherrschaft überforderte Radror vollkommen und die Folgen sind ihm noch heute anzumerken. Völlig unlogische und unüberlegte Handlungen sind nur ein Merkmal seiner Situation. Er ist mittlerweile schon sehr in die Jahre gekommen und seine Beine vermögen ihn auch kaum noch zu tragen. So sieht man ihn nur noch äußerst selten in Eisenberg und wenn dann steht er meist auf seinem Balkon am Herrscherpalast, den sich seine Familie einst errichtete. Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit bis sich eine weitere Veränderung in der Hierarchie der Stadt Eisenberg vollzieht.

Written by Seldar Staff on Mittwoch 12 Februar 2014
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